Weinrecht

Die neue EU-Marktordnung für Wein

 

Nachdem die Rechtsetzungsbefugnis für Wein seit letztem Jahr von den Mitgliedsstaaten auf die EU übergegangen ist, gilt seit 1.8.2009 die neue Marktordnung. Erstmals betrifft dies die Weine aus 2010, es besteht aber noch ein Übergangszeitraum bis Ende 2011.

Damit Sie die neuen Etiketteninhalte auch einordnen können, soll hier der Versuch unternommen werden sie einigermaßen allgemeinverständlich darzustellen.

1. Weine mit Ursprungs- oder geographischen HerkunftsbezeichnungenDiese Kategorie umfasst im Prinzip alle Qualitätsweine.

Der wesentliche Unterschiede zwischen den beiden Kategorien ist, daß bei der Herkunftsbezeichnung nur 85% des Weins aus dem geographischen Bereich stammen muß, während ansonsten 100% gefordert sind.

Wie sich dies zukünftig auf den Etiketten darstellen wird ist fraglich, da auch die bisherigen Bezeichnungen wie DOC, DOCG oder AOC, Vin de Pays, etc. weiterverwendet werden dürfen - statt oder mit der entsprechenden neuen EU-Bezeichnung (DOP, AOP, dt. g.U. = geschützte Ursprungsbezeichnung; g.g.A. = geschützte geographische Angabe).

 

2. Weine ohne HerkunftsbezeichnungNach dem Willen der EU in dieser. Kategorie alle anderen Weine zusammengefaßt. Es sind Weine, die keinerlei Herkunftsbezeichnungen brauchen, die aber sowohl Jahrgangsangaben, als auch Angaben über die verwendeten Rebsorten enthalten können - nicht müssen. Für Weine ohne Angabe der Rebsorte und/oder des Jahres werden im Prinzip keine weiteren Qualitätsmerkmale gefordert, während für die Angabe von Jahrgang und Rebsorte zumindest Typizität Voraussetzung ist. Die Spielräume sind hier im unteren Segment entsprechend groß, da sowohl Weine aus verschiedenen EU- und Drittländern verschnitten werden können. Die Weine sollen auf Deutsch nur als Wein in den Handel kommen (der Begriff Tafelwein entfällt). In Frankreich und Italien werden die bisherigen Begriffe beibehalten (Vin de table, vino da tavola).

 

3. Rechte der MitgliedsstaatenBereits angesprochen wurde, daß die bisherigen Qualitätsbezeichnungen beibehalten werden können. Weiter besteht eine Öffnungklausel insoweit, als staatlicher Ebene strengere Regeln aufgestellt werden können. Ein Mitgliedsstaat könnte demnach festlegen, da0 100% der Weine aus dem geographischen Gebiet stammen und nicht nur 85%. Relevant wird dies sicher bei den Hektarerträgen wo bereits heute oft für die einzelnen Anbauzonen deutlich niedrigere Ertragsgrenzen auf Landesebene festgelegt sind. Relevant evtl. auch für bestimmte önologische Verfahren, wo auf Landesebene evtl. bestimmte Verfahren nicht zugelassen werden.

 

Weinrecht in Deutschland

 

Das deutsche Weingesetz (WeinG 1994) teilt die Weine ausschließlich nach dem Zuckergehalt des Mostes (in Grad Oechsle), verbunden mit einer Regionalbezeichnung, aber ohne Ursprungs- oder Lagenklassifizierung, in vier Güteklassen ein:

Stufen sind

1. der Prädikatswein (frühere Bezeichnung: Qualitätswein mit Prädikat, QmP),
2. gefolgt vom Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA),
3. dem Landwein
4. und dem Tafelwein.

Die Erlangung der oberen zwei Stufen setzt das Bestehen einer Amtlichen Weinprüfung, einer im wesentlichen sensorischen Prüfung voraus, die primär das Verhindern nicht verkehrsfähiger Weine, d.h. fehlerhafte Weine auszusortieren anstrebt. Das Bestehen der Amtlichen Prüfung wird auf den Etiketten der Weine mit der Amtlichen Prüfnummer (AP-Nr.) ausgewiesen.

Das deutsche Weingesetz verbietet das Inverkehrbringen von Kunstwein, was mit EU-Recht unvereinbar ist.

Durch die neue EU-Weinmarktordnung werden die Qualitätsstufen ab August 2009 umbenannt, wie in allen anderen Weinanbauländer der EU. In Deutschland und anderen deutschsprachigen Staaten wird z.B. der bisherige Landwein zu "Wein mit geschützter geografischer Angabe g.g.A."

Die bisherigen Einteilung weichen einem a) Wein ohne Herkunftsangabe b) Wein mit Herkunftsangabe (hierrunter fallen Qualitätswein, Prädikatswein mit Amtlicher Prüfung) c) Wein mit geschützter Herkunft


Weinrecht in Frankreich

 

Kategorien, Aufsichtsbehörden und ZwischenstufenGemäß dem neuen System gibt es in Frankreich künftig – wie in allen EU-Ländern – nur noch drei Weinkategorien: Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Appellation d’Origine Protégée – AOP), Weine mit geschützter geografischer Angabe (Indication Géographique Protégée – IGP) und Weine ohne geschützte Herkunftsbezeichnung (Vin de France). Die bisherigen Kategorien ließen sich im Wesentlichen eindeutig in die neuen überführen. Dabei wurden die Qualitätsweine mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung (Appellation d’Origine Contrôlée – AOC) zu AOP-Weinen, die Landweine (Vins de Pays) zu IGP-Weinen und die Tafelweine (Vins de Table) zu Weinen ohne geschützte Herkunftsbezeichnung.
Mit der Reform änderte sich auch die administrative Zuständigkeit für die neuen Kategorien. Für Weine mit geschützter Herkunftsbezeichnung (AOP und IGP) ist nun zentral das Institut National des Appellations d'Origine (INAO) verantwortlich. Diese Weine müssen ein strenges Lastenheft erfüllen, und es besteht intern wie extern ein Kontrollplan für den gesamten Produktionsprozess von der Traube bis zur Flasche. Weine ohne geschützte Herkunftsbezeichnung (Vin de France) unterliegen der Aufsicht des Verbands Anivin de France.
Die bisherige Kategorie Appellation d’Origine Vin Délimité de Qualité Supérieure (AOVDQS) – eine Vorstufe zu AOC – wurde zum 1. Januar 2012 aufgelöst. Den Weinen dieser Zwischenkategorie musste daher entweder der AOP-Status oder der IGP-Status zugewiesen werden, wobei jeweils spezielle Anforderungen zu berücksichtigen waren (siehe unten AOP-Lastenheft). 17 der 19 bisherigen VDQS-Appellationen haben ihre Standards erhöht und wurden in AOP umgewandelt. Auf eigenen Wunsch wurden die südwestfranzösische Appellation Lavilledieu in eine IGP überführt und die Loire-Appellation Thouarsais in die AOP Anjou integriert.
Die Klassifikationen innerhalb einzelner Weinbauregionen wie Bordeaux oder Burgund werden von den neuen Regelungen nicht berührt, da deren Kriterien strenger sind als die europäischen Vorgaben. Jedes EU-Mitgliedsland hat die Möglichkeit, zusätzlich zu den geforderten Herkunftsbezeichnungen weitere, engere Herkünfte zu definieren.

Weine mit geschützter HerkunftsbezeichnungBis 2014 muss die Weinmarktreform in Frankreich vollständig umgesetzt sein. Ab dann dürfen nur noch die neuen Bezeichnungen verwendet werden, doch bis dahin ist ein Nebeneinander von alten und neuen Begriffen zulässig. Welche Auswirkungen die EU-Weinmarktreform im Einzelnen auf die französischen Weinbezeichnungen hat, zeigt die folgende Betrachtung:


Indication Géographique Protégée (IGP)

Weine mit geschützter geografischer Angabe (IGP) hießen bisher Vins de Pays (VdP). Als Bezeichnung muss schon heute in jedem Fall IGP auf dem Flaschentikett stehen; nur während der Übergangsfrist bis Ende 2013 darf zusätzlich – aber nicht ausschließlich – der Begriff “Vin de Pays” angegeben werden. Ab 2014 gilt nur noch IGP als Bezeichnung.


Appellation d'Origine Protégée (AOP)

Die geschützte Ursprungsbezeichnung (AOP) hieß bisher Appellation d'Origine Contrôlée (AOC). AOP darf nur dann auf dem Flaschenetikett stehen, wenn der Wein die – teilweise strengeren – Anforderungen an die neue Bezeichnung erfüllt, die insbesondere auf den so genannten Bezug zum Terroir abstellen. Der Bezug zum Terroir gilt im EU-Recht für sämtliche Lebensmittel und muss neu im Lastenheft jeder Appellation festgeschrieben sein. Demnach müssen AOP-Weine aus einem abgegrenzten Gebiet mit individuellem Terroir (d.h. einer speziellen, unverwechselbaren Kombination von Boden- und Klimafaktoren) stammen und diese Herkunft sensorisch und analytisch nachvollziehbar zeigen. Das Lastenheft legt die Herstellungskriterien oder – in der Diktion des EU-Rechts – Produktspezifikationen fest, die ein Wein erfüllen muss, um die betreffende Herkunftsbezeichnung tragen zu dürfen. Dazu zählen beispielsweise die genaue Gebietsabgrenzung, die Beschreibung des Weintyps, festgelegte Rebsorten, der Höchstertrag, zugelassene Weinbereitungsverfahren etc.

 

Bis Ende 2013 müssen alle AOC in AOP umgewandelt sein. Vorher dürfen Weine, für die die Spezifikationen noch nicht von der INAO und der EU-Kommission anerkannt sind, nur wie bisher als AOC bezeichnet werden. Ab 2014 wird ausschließlich AOP auf dem Flaschenetikett erscheinen, AOC ist dann nicht mehr erlaubt. Weine, die die Umstellung von AOC auf AOP nicht vollzogen haben, müssen eine niedrigere Herkunftsbezeichnung tragen, sofern sie deren Anforderungen entsprechen.

 

Regionale Klassifikationen

 

Auf die Klassifizierungen innerhalb der einzelnen Appellationen hat die neue Weinmarktordnung keinen Einfluss. Diese sind gewissermaßen Teil der internen regionalen Organisation. Der zuständige Weinbauverband einer Appellation kann über die Mindestanforderungen für die geschützte Ursprungsbezeichnung und die bestehenden Klassifizierungen hinaus noch strengere Klassifikationen beschließen. Ein kurzer Blick auf einige der wichtigsten französischen Weinbauregionen offenbart die Vielfalt an Regelungen:
Im Bordeaux wird die Bezeichnung “Grand Cru” für die Eigenschaft eines Weinguts (Château) bzw. den von diesem produzierten Grand Vin (also nicht für einen Zweitwein) verwendet. Lage und Château werden so gewissermaßen einander gleichgestellt. Die Mehrzahl der führenden Bordeaux-Weingüter hat sich in der Union des Grands Crus de Bordeaux zusammengeschlossen. Die Regeln sind in den Appellationen unterschiedlich:
Im Graves erfolgte in den Jahren 1953 und 1959 eine Klassifikation für Rot- und Weißweine mit der einzigen Stufe “Cru Classé des Graves”. Diese Bezeichnung betrifft nur Châteaux, die sich innerhalb der AOP Pessac Léognan befinden.Im Médoc wurde im Rahmen der Bordeaux-Klassifizierung von 1855 ein fünfstufiges System von “Premier Cru” bis “Cinquième Cru” geschaffen. Die 61 Médoc-Weingüter werden als “Grands Crus Classés” bezeichnet, wobei mit Château Haut-Brion auch ein Premier Grand Cru Classé im Graves-Gebiet dazugehört.Im Pomerol gibt es nach wie vor kein Klassifikationssystem.In Saint-Émilion wurde 1955 eine Klassifizierung eingeführt. Es gibt die vier Stufen “Premier Grand Cru Classé A”, “Premier Grand Cru Classé B”, “Grand Cru Classé” und “Grand Cru”. Etwa alle zehn Jahre wird die Einteilung überprüft.Im Sauternes besteht keine als Grand Cru bezeichnete Klasse. Die hier 1855 festgelegten drei Klassifizierungsstufen sind “Premier Cru Classé Supérieur” (als einziges Weingut Château d'Yquem), “Premieur Cru Classé” und “Deuxième Cru Classé”.

 

Im Burgund bezeichnet “Grand Cru” – im Gegensatz zum Bordeaux – eine Lage, wobei diese Regelung auf eine im Jahre 1935 durchgeführte amtliche Klassifikation aller Weinberge der Côte d'Or zurückgeht.

 

Alle Grands Crus sind hier als eigene Appellation klassifiziert, das heißt, die einzelnen Grands Crus stellen jeweils eine spezifische AOP dar. Die zweithöchste Stufe “Premier Cru” bezeichnet eine Lage innerhalb einer kommunalen Appellation. Darüber hinaus bedeutet auch “Clos” (umfriedeter Weinberg) mitunter ein gewisses, aber inoffizielles Qualitätsmerkmal.

Im Beaujolais, das weinrechtlich zum Burgund gehört, gibt es zehn Gemeinden mit Cru-Status.
In der Champagne sind einzelne Gemeinden gemäß der Qualität ihrer Trauben als Crus klassifiziert. “Grand Cru” oder “Premier Cru” bedeutet in der Champagne, dass der (Schaum-)Wein zu hundert Prozent aus Trauben entsprechend klassifizierter Lagen hergestellt werden muss. Beide Begriffe sind jedoch keine eigenen geschützten Ursprungsbezeichnungen.
Im Elsass sind 51 Lagen in der AOP Alsace als Grands Crus klassifiziert.
Im Languedoc wurde 2011 ein dreistufiges Qualitätssystem mit den Stufen “Languedoc AOC”, “Grands Vins du Languedoc” und “Grands Crus du Languedoc” eingeführt. Dabei handelt es sich jedoch um eine Qualitätssegmentierung seitens des Weinfachverbands Languedoc, die keine administrativen Auswirkungen hat.


Weinrecht in Italien

 

Das Weingesetz teilt die Weine in vier Klassen, von den höchsten Klassen DOCG und DOC bis zur niedrigsten Klasse des Vino da Tavola.

1. Denominazione Di Origine Controllata E Garantita. Die höchste Klasse stellt eine „Überklasse" des DOC dar. Der Begriff wurde 1980 eingeführt.
2. Denominazione Di Origine Controllata. Die nächsthöhere Klasse regelt den Ertrag, die zulässigen Rebsorten, die Weinherstellung, die Lagerung und den geographischen Ursprung. Wie auch in Frankreich wird die Qualität nur indirekt geregelt.
3. Indicazione Geografica Tipica. Seit 1992 eine neue Klasse zwischen DOC und Vino da Tavola. Die Weine dürfen von einer größeren geographischen Abgrenzung stammen als DOC-Weine, müssen aber höhere Qualitätsanforderungen standhalten als Vino da Tavola.
4. Vino da Tavola (Tafelwein). Die unterste Klasse für die einfachsten Weine, aber auch für Weine, die aus örtlich nicht zugelassenen Trauben erzeugt wurden.

 

Die italienische IGT geht in die europäische Kategorie IGP (deutsch: g.g.A.) über; die DOCG und DOC werden zu DOP (deutsch: g.U.).
Auf den Etiketten der italienischen Weinflaschen können entweder nur die spezifischen italienischen Begriffe und deren Abkürzungen (DOCG, DOC, IGT) oder nur die europäischen Ausdrücke (DOP und IGP) genutzt werden, oder sie können beide zusammen verwandt werden. Diese Wahlmöglichkeiten wurden in der italienischen Durchführungsverordnung eingeräumt, sowohl um der italienischen Besonderheit mit ihren traditionellen Begriffen Ausdruck zu geben, als auch um eine „Verflachung“ der DOCG zur DOC zu vermeiden, da beide unter dem einzigen Siegel DOP vereinheitlicht würden, obwohl die italienische Qualitätspyramide die letzte Stufe der DOCG als das Exzellenteste einstuft, was Italien zu bieten hat.

 

Das heißt: Bei der Bezeichnung auf den Etiketten wird damit den Erzeugern einige operative Freiheit zugestanden, was leicht zur Verwirrung der Verbraucher führen kann. Die Entscheidung, ob ein Betrieb die alte oder neue Bezeichnung nutzt, ist ihm selbst überlassen und muss nicht einmal für die gesamte Produktion oder Weinkategorie gleich sein. Ein Beispiel: Wenn jemand einen Wein in Sizilien unter der „DOC Menfi“ herstellt, so kann er entscheiden, dass bei der Charge, die er ins Ausland verkauft, Menfi DOC auf dem Etikett steht und eventuell zusätzlich noch Menfi DOP, und für das gleiche Produkt, das er in Italien verkauft, nutzt er nur Menfi DOP – oder umgekehrt.

 

Die Weinbezeichnungen ab 2012 ändert sich diese Praxis auch nicht, und jeder kann frei entscheiden ob er die alten, die neuen oder beide Bezeichnungen benutzt, genau wie in der Übergangszeit. Das gilt für die Bezeichnungen DOCG, DOC, IGT, DOP und IGP. Was andere obligatorische oder fakultative Angaben betrifft, so müssen diese an die neuen Normen angepasst werden, die ein paar Veränderungen vorsehen, wie zum Beispiel die Verpflichtung für die DOCG und DOC, auf dem Etikett das Produktionsjahr der Trauben (außer bei Likör- und Schaumweinen sowie den „Frizzanti“) aufzuführen – eine Vorschrift, die der Großteil der Regelwerke bereits vorsah, die aber nicht verpflichtend für alle Appellationen war.

Weinrecht in Spanien

 

1972 wurde das Instituto Nacional de Denominaciónes de Origen gegründet. Das Institut überwacht die verschiedenen Denominaciónes de Origen, in denen jeweils ein Kontrollgremium ("Consejo Regulador") die Ausgestaltung und Überwachung der entsprechenden Bestimmungen durchführt.

Kategorie der "Vinos de Calidad Producidos en Regiones Determinadas" (VCPRD): "Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete" gemäß EU-Recht

1. Vinos de Pago. Höchste Klassifizierung nach spanischem Weinrecht. Die Qualitätsanforderungen entsprechen mindestens denen der D.O.Ca.-Weine. Darüber hinaus sollen die Weine einen spezifischen Charakter der jeweiligen Lage widerspiegeln. Im Gegensatz zu den anderen Klassifikationsstufen werden nur einzelne Weingüter klassifiziert. Weitere Bedingung ist die Verarbeitung eigener Trauben, die aus der unmittelbaren Umgebung des Weinguts stammen müssen. Die Klassifikation wurde 2003 neu eingeführt und bis Mitte 2009 erlangten sie nur sechs Weingüter.
2. Denominación de Origen Calificada (D.O.Ca.). Klassifizierte Weine mit Ursprungsbezeichnung. Die angelegten Kriterien sind nochmals strenger als in einer D.O. Das Gebiet muss die entsprechenden Standards über längere Zeit nachweisen und mindestens zehn Jahre den Status einer D.O. besitzen. Weine, die diese Bezeichnung tragen, müssen vom Erzeuger abgefüllt worden sein und wurden einer physisch-chemischen sowie organoleptischen Qualitätskontrolle durch das Kontrollgremium unterworfen. Bis Mitte 2009 gab es nur zwei Anbauregionen mit dieser Klassifikation.
3. Denominación de Origen (D.O.). Das Prädikat für bestimmte Weinanbaugebiete mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung. Entspricht dem italienischen DOC oder dem französischen AOC. Die D.O.-Bezeichnung bedeutet, dass der Wein entsprechend der Regularien des jeweiligen Anbaugebiets hergestellt wurde. Diese legen vor allem die räumlichen Grenzen, die zugelassenen Weinanbau-Methoden, Rebsorten, Maximalerträge und Mindestalkoholgehalt sowie die zugelassenen Methoden der Weinbereitung fest. Ein Gebiet, das den Status erlangen will muss mindestens fünf Jahre die Kriterien eines VCIG erfüllt haben.
4. Vino de Calidad con Indicación Geográfica (VCIG). Einfachste Qualitätsweinbezeichnung, mit der Erneuerung des Weinrechts von 2003 eingeführt. Als Vorstufe zur D.O. legt sie auf einfachere Weise Regeln für Anbaugebiet und Methoden des Weinanbaus und der Weinbereitung fest und kontrolliert diese. Auf dem Etikett erscheint "Vino de Calidad de ..." gefolgt von der entsprechenden Anbauregion.

Kategorie der "Vinos de la Mesa" (VDM): "Tafelweine" gemäß EU-Recht

1. Vino de la Tierra (Landwein). Tafelweine, denen gewisse regionalspezifische Eigenheiten zugesprochen werden. Entspricht in etwa dem französischen Vin de Pays. Vorgeschrieben sind Anbaugebiet, die Rebsorten, die Herstellungsmethoden, der Mindestalkoholgehalt sowie gewisse organoleptische Eigenschaften. Die Herkunft muss auf dem Etikett angegeben sein und erfolgt in der Form "Vino de la Tierra de ...".
2. Vino de Mesa (Tafelwein). Die einfachsten Weine ohne engere Anforderungen an die Herstellung oder Herkunft. Die Weine müssen EU-Ursprung haben.


Weinrecht in Südafrika

 

Die Bezeichnung Wine of Origin wurde 1973 eingeführt. WO-Weine haben entweder eine Ursprungsgarantie, eine Herkunftsgarantie, eine Rebsortengarantie oder eine Jahrgangsgarantie. Varietal Wines müssen mindestens zu 75 % aus der genannten Rebsorte stammen, die wiederum zu 75 % aus einem Jahrgang vinifiziert wurde. Das WO-Siegel wird durch das Wine&Spirits Board nach verschiedenen Prüfungen erteilt. Ein spezielles WO-Etikett garantiert die bestandene Prüfung. Estate bottled bestätigt die Vinifizierung und die Flaschenabfüllung durch das angegebene Weingut.

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